ONLINE-SICHERHEIT

Kinder online sicher begleiten

Ein Kind schaut Videos, spielt online, schreibt im Klassenchat oder bekommt sein erstes eigenes Smartphone. Dabei kann viel Schönes entstehen – Freundschaften, gemeinsames Spielen, Lernen und Austausch. Gleichzeitig können Kinder auf Inhalte stoßen, die sie überfordern, unangenehme Nachrichten bekommen oder von anderen unter Druck gesetzt werden.

Kinder müssen solche Situationen nicht allein erkennen oder lösen können. Erwachsene können sie begleiten: gemeinsam Regeln vereinbaren, altersgerechte Einstellungen nutzen, Interesse daran zeigen, was Kinder online machen, und ansprechbar bleiben, wenn etwas unangenehm wird oder schiefgeht.

Besonders wichtig ist die Botschaft: Du kannst immer zu mir kommen – auch wenn du eine Regel gebrochen, jemandem geantwortet oder etwas geteilt hast, das du im Nachhinein bereust.

Online-Sicherheit im Alltag

Online-Sicherheit entsteht nicht durch eine einzelne Einstellung oder Regel. Im Alltag geht es vor allem um drei Dinge: Geräte passend zum Alter einrichten, wissen, was das eigene Kind online macht, und ansprechbar bleiben, wenn etwas unangenehm wird oder schiefgeht.

Geräte sicher einrichten

Bei jüngeren Kindern können Erwachsene Geräte und Apps zunächst gemeinsam einrichten: Welche Apps dürfen genutzt werden? Wer kann Kontakt aufnehmen? Können Käufe gemacht oder Standortdaten geteilt werden? Jugendschutzeinstellungen, Familienkonten, sichere Passwörter und Updates können dabei helfen.

Welche Einstellungen sinnvoll sind, hängt vom Alter des Kindes und davon ab, wie es das Gerät nutzt.

Kinder verlässlich begleiten

Frag dein Kind ruhig einmal, was es gerade spielt, welche Videos es mag oder mit wem es online schreibt. Lass dir vielleicht ein Spiel oder eine App zeigen, statt nur dann darüber zu sprechen, wenn etwas schiefgeht.

Gemeinsame Regeln können zusätzlich Orientierung geben – zum Beispiel dazu, welche Informationen oder Bilder geteilt werden, wie mit neuen Kontakten umgegangen wird und wann das Kind zu dir kommen soll. Wichtig ist, dass diese Gespräche mit dem Alter des Kindes mitwachsen.

Wenn online etwas unangenehm wird

Vielleicht bekommt dein Kind eine Nachricht, die ihm Angst macht, jemand verlangt ein Bild, setzt es unter Druck oder schreibt Dinge, die sich unangenehm anfühlen. Vielleicht hat dein Kind auch selbst etwas geteilt oder auf eine Nachricht geantwortet und bereut es später.

Dann sollte zuerst gelten: zuhören, ruhig bleiben und gemeinsam schauen, was jetzt nötig ist. Die erste Reaktion sollte nicht aus Schimpfen oder Bestrafen bestehen, sondern dem Kind zeigen: Gut, dass du zu mir gekommen bist.

Quellenbasis:[1][2][3]

Geräte altersgerecht einrichten

Bevor ein Kind ein neues Smartphone, Tablet oder eine Spielekonsole allein nutzt, lohnt es sich, die wichtigsten Einstellungen gemeinsam anzuschauen. Dabei geht es zum Beispiel darum, welche Apps genutzt werden dürfen, wer Kontakt aufnehmen kann, was geteilt wird und ob Käufe möglich sind.

Mit zunehmendem Alter braucht ein Kind mehr Eigenständigkeit. Deshalb sollten Regeln und Einstellungen immer wieder gemeinsam angepasst werden – statt einmal eingerichtet und dann vergessen zu werden.

Familienkonten einrichten

Für jüngere Kinder ist ein eigenes Kinder- oder Familienkonto meist sinnvoller als die Nutzung eines Erwachsenen-Kontos. Damit können Eltern je nach Gerät zum Beispiel festlegen, welche Apps oder Inhalte verfügbar sind und ob Käufe erst bestätigt werden müssen.

Mit zunehmendem Alter können solche Einschränkungen gemeinsam überprüft und schrittweise angepasst werden.

Auf Smartphones, Tablets, Spielekonsolen und vielen Apps lassen sich Inhalte, Käufe oder Kontaktmöglichkeiten einschränken. Solche Einstellungen sollten zum Alter und zur Nutzung des Kindes passen.

Wichtig: Einstellungen am Gerät gelten nicht automatisch überall. Auch in Spielen, Apps oder Streamingdiensten können eigene Schutz- und Privatsphäre-Einstellungen nötig sein.

Apps vor der Nutzung prüfen

Bevor dein Kind eine neue App oder ein Spiel nutzt, schau nicht nur auf die Altersfreigabe. Interessant ist auch: Kann man dort mit Fremden schreiben? Können Bilder oder Videos verschickt werden? Ist der Standort sichtbar? Gibt es In-App-Käufe oder öffentliche Profile?

Gerade bei jüngeren Kindern kann es helfen, eine neue App zunächst gemeinsam anzuschauen und wichtige Einstellungen zusammen durchzugehen.

Berechtigungen begrenzen

Nicht jede App braucht Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Standort, Fotos oder Kontakte. Beim Einrichten lohnt sich deshalb ein kurzer Blick: Wofür braucht die App diese Berechtigung – und ist sie für die Nutzung wirklich nötig?

Berechtigungen können später wieder geändert werden. Es lohnt sich, sie gelegentlich gemeinsam zu überprüfen, besonders wenn neue Apps dazukommen.

Geräte aktuell halten

Updates für Smartphone, Tablet, Computer und Apps sollten möglichst zeitnah installiert werden. Sie beheben Fehler und können auch Sicherheitsprobleme schließen.

Automatische Updates sind praktisch, weil wichtige Aktualisierungen dann nicht jedes Mal selbst angestoßen werden müssen.

Passwörter und Konten schützen

Für wichtige Konten sollten unterschiedliche, starke Passwörter verwendet werden. Wo es möglich ist, bietet die Zwei-Faktor-Authentifizierung zusätzlichen Schutz.

Kinder sollten außerdem wissen, dass Passwörter nicht an Freunde oder Online-Bekanntschaften weitergegeben werden. Bei jüngeren Kindern können Eltern bei der Verwaltung der Konten unterstützen.

Quellenbasis:[1][3][10]

Klare Regeln vereinbaren

Kinder müssen nicht jede Gefahr im Internet selbst erkennen können. Hilfreicher sind einige klare Regeln für Situationen, die im Alltag wirklich vorkommen: Was mache ich, wenn jemand nach meiner Adresse fragt? Darf ich ein Bild verschicken? Was tue ich, wenn jemand ein Treffen vorschlägt oder mich unter Druck setzt?

Solche Regeln sollten zum Alter des Kindes passen und immer wieder gemeinsam besprochen werden. Und über allem sollte eine Regel stehen: Wenn online etwas komisch, unangenehm oder beängstigend wird, kannst du immer zu mir kommen – auch wenn du vorher etwas gemacht hast, das eigentlich nicht erlaubt war.

Online-Geheimnisse dürfen erzählt werden

Wenn jemand sagt: „Erzähl deinen Eltern nichts davon“ oder verlangt, dass Nachrichten, Bilder, Geschenke oder ein geplantes Treffen geheim bleiben, darf dein Kind immer mit dir oder einer anderen vertrauten Person darüber sprechen.

Dabei sollte es wissen: Auch wenn es vorher versprochen hat, nichts zu erzählen, muss es ein Geheimnis, das ihm Angst macht oder sich unangenehm anfühlt, nicht für sich behalten.

Persönliche Daten schützen

Adresse, Schule, Telefonnummer oder der aktuelle Standort sollten nicht einfach an andere weitergegeben oder öffentlich gepostet werden. Auch Fotos können Informationen darüber verraten, wo ein Kind wohnt, zur Schule geht oder sich regelmäßig aufhält.

Besprecht gemeinsam, welche Informationen privat bleiben und wer sie sehen darf. Passwörter und Zugangsdaten gehören nicht in Chats und sollten auch nicht an Online-Bekanntschaften weitergegeben werden.

Niemand darf Bilder verlangen

Niemand darf dein Kind unter Druck setzen, ein Bild oder Video von sich zu schicken – auch nicht jemand, den es mag oder dem es vertraut. Besonders bei intimen Bildern gilt: Wenn jemand drängt, droht oder immer mehr verlangt, sollte dein Kind nicht allein damit bleiben.

Und wenn bereits ein Bild verschickt wurde, darf es trotzdem jederzeit Hilfe holen. Die Verantwortung für Drohungen, Erpressung oder das unerlaubte Weitergeben liegt nicht beim Kind.

Kontakte und Treffen absprechen

Online kann man Menschen kennenlernen, mit denen man gern schreibt oder spielt. Gerade bei jüngeren Kindern sollten neue Kontakte deshalb kein Geheimnis sein und persönliche Treffen vorher mit einer vertrauten erwachsenen Person besprochen werden.

Wenn jemand deutlich älter ist, sehr schnell persönliche Nähe sucht oder auf ein heimliches Treffen drängt, ist es besonders wichtig, dass ein Erwachsener davon erfährt.

Du musst online nicht weiterreden

Wenn jemand unangenehm schreibt, Druck macht oder Grenzen nicht respektiert, muss dein Kind nicht antworten, höflich bleiben oder das Gespräch erklären. Es darf den Kontakt beenden und sich Hilfe holen.

Blockieren oder Melden kann je nach Situation sinnvoll sein. Wenn Drohungen, Erpressung oder andere ernsthafte Probleme im Raum stehen, sollte möglichst gemeinsam mit einem Erwachsenen überlegt werden, was als Nächstes zu tun ist.

Hilfe holen ist immer erlaubt

Vielleicht hat dein Kind gegen eine Regel verstoßen, heimlich mit jemandem geschrieben oder bereits ein Bild verschickt. Auch dann gilt: Es darf jederzeit zu dir kommen und Hilfe holen.

Mach deutlich: „Du bekommst keinen Ärger dafür, dass du mir davon erzählst.“ Wenn jemand dein Kind unter Druck setzt, bedroht, erpresst oder seine Grenzen verletzt, trägt dafür nicht dein Kind die Verantwortung.

Quellenbasis:[1][2][3][4][8]

Kinder im digitalen Alltag begleiten

Begleitung heißt nicht, ständig über die Schulter zu schauen. Hilfreicher ist, zu wissen, was das eigene Kind online gern macht, sich Spiele oder Apps zeigen zu lassen und auch dann im Gespräch zu bleiben, wenn gerade kein Problem besteht.

Je älter und erfahrener ein Kind wird, desto mehr kann es selbst entscheiden. Regeln, Freiräume und Unterstützung sollten deshalb mitwachsen – und Kinder sollten wissen, dass sie trotzdem jederzeit zu Erwachsenen kommen können.

Digitale Lebenswelt ernst nehmen

Frag dein Kind ruhig, welches Spiel es gerade gern spielt, welche Videos es schaut oder was im Klassenchat los ist. Nicht jedes Gespräch muss mit einer Warnung oder Regel enden.

Wenn Erwachsene auch Interesse an dem zeigen, was online Spaß macht oder wichtig ist, wird die digitale Welt des Kindes zu einem normalen Gesprächsthema – nicht erst dann, wenn etwas schiefgeht.

Angebote gemeinsam kennenlernen

Wenn dein Kind ein neues Spiel oder eine neue App nutzen möchte, lass sie dir zeigen oder schaut sie euch gemeinsam an. Dabei könnt ihr ganz nebenbei sehen: Kann man dort mit anderen schreiben? Was ist öffentlich? Gibt es Käufe? Können Fotos, Videos oder der Standort geteilt werden?

Bei jüngeren Kindern kann diese Begleitung enger sein. Mit zunehmender Erfahrung kann das Kind immer mehr selbst übernehmen.

Im Gespräch bleiben

Online-Themen müssen kein großes Grundsatzgespräch sein. Beim Essen, im Auto oder wenn dein Kind gerade ein Video zeigt, können kleine Fragen reichen: „Was macht dir daran Spaß?“, „Mit wem spielst du?“ oder „Gab es dort schon mal etwas, das komisch war?“

Wichtig ist, nicht nur nach Gefahren zu fragen. Auch das, was Spaß macht, nervt oder gerade wichtig ist, darf Raum haben.

Privatsphäre respektieren

Begleitung bedeutet nicht, heimlich jede Nachricht oder jeden Chat zu lesen. Gerade mit zunehmendem Alter brauchen Kinder auch online Privatsphäre und eigene Räume.

Wenn es einen konkreten Grund gibt, gemeinsam auf ein Gerät, einen Chat oder einen Account zu schauen, sollte das möglichst offen geschehen: Erkläre deinem Kind, was dich beunruhigt und warum du genauer hinschauen möchtest.

Selbstständigkeit schrittweise erweitern

Ein jüngeres Kind braucht vielleicht noch Hilfe beim Einrichten einer App oder bei neuen Kontakten. Ein älteres Kind kann viele Entscheidungen zunehmend selbst treffen.

Überlegt deshalb immer wieder gemeinsam: Was kannst du schon allein? Wobei möchtest du noch Hilfe? Welche Absprachen brauchen wir weiterhin? Erwachsene bleiben ansprechbar, auch wenn Kinder immer mehr selbst übernehmen.

Bewusst Vorbild sein

Kinder erleben auch, wie Erwachsene selbst mit dem Smartphone umgehen. Fragst du, bevor du ein Foto deines Kindes verschickst oder veröffentlichst? Legst du das Handy bei Gesprächen auch einmal weg? Respektierst du private Nachrichten und Bilder anderer?

Solche Alltagssituationen zeigen Kindern, dass Regeln zu Privatsphäre, Grenzen und respektvollem Umgang nicht nur für sie gelten.

Quellenbasis:[2][3]

Was im digitalen Alltag auffallen kann

Vielleicht legt dein Kind plötzlich das Handy weg, sobald eine bestimmte Nachricht kommt. Nach einem Online-Spiel wirkt es ungewöhnlich still. Oder eine App, die vorher ständig genutzt wurde, wird plötzlich gemieden. Solche Veränderungen können viele Gründe haben.

Wichtig ist deshalb nicht, aus einer einzelnen Beobachtung sofort eine Erklärung abzuleiten. Schau eher darauf, was sich verändert hat und ob etwas wiederholt mit einem bestimmten Kontakt oder Online-Erlebnis zusammenhängt. Wenn dich etwas beunruhigt, kannst du dein Kind behutsam darauf ansprechen.

Anspannung bei Nachrichten

Vielleicht wird dein Kind plötzlich nervös, wenn eine Nachricht kommt, dreht das Display weg oder wirkt, als müsse es sofort antworten. Auch häufiges Nachsehen, ob eine neue Nachricht da ist, kann auffallen, wenn das vorher nicht so war.

Das bedeutet noch nicht, dass etwas Gefährliches passiert. Du kannst aber ruhig ansprechen, was dir aufgefallen ist.

Nach bestimmten Online-Kontakten wirkt das Kind anders

Nach einem Chat, Online-Spiel oder Videoanruf wirkt dein Kind vielleicht wiederholt bedrückt, gereizt, ängstlich oder ungewöhnlich still. Vielleicht zieht es sich danach zurück oder möchte nicht darüber sprechen.

Auch dafür kann es viele Gründe geben. Auffallen kann vor allem, wenn sich die Reaktion wiederholt und immer wieder im Zusammenhang mit demselben Kontakt oder einer bestimmten Situation auftritt.

Nutzung verändert sich deutlich

Ein Spiel, eine App oder ein Gruppenchat, der bisher wichtig war, wird plötzlich gemieden. Oder dein Kind verbringt auf einmal deutlich mehr Zeit mit einem bestimmten Angebot oder Kontakt als vorher.

Solche Veränderungen können ganz normale Gründe haben. Interessant wird vor allem die Frage: Was ist anders als sonst – und scheint das Kind sich damit wohlzufühlen oder belastet es die Situation?

Etwas wird plötzlich auffällig geheim gehalten

Privatsphäre ist auch online wichtig – besonders bei älteren Kindern und Jugendlichen. Deshalb ist es für sich allein kein Warnsignal, wenn dein Kind nicht jeden Chat zeigen oder dir jedes Passwort geben möchte.

Aufmerksam werden kannst du eher, wenn sich etwas deutlich verändert: Dein Kind wirkt plötzlich angespannt beim Verbergen eines Kontakts, bekommt Druck, etwas geheim zu halten, oder hat Angst davor, dass jemand bestimmte Nachrichten sieht.

Unerklärte Geschenke oder Guthaben

Vielleicht hat dein Kind plötzlich neues Spielguthaben, digitale Gegenstände, Geld oder Geschenke und du weißt nicht, woher sie kommen. Das kann völlig harmlose Gründe haben.

Du kannst ruhig und ohne Vorwurf nachfragen: „Woher hast du das bekommen?“ Besonders aufmerksam solltest du werden, wenn ein Geschenk mit Geheimhaltung, Erwartungen, Druck oder einem bestimmten Online-Kontakt verbunden ist.

Jemand macht Druck oder verlangt Geheimhaltung

Vielleicht verlangt jemand, dass dein Kind einen Chat geheim hält, private Bilder schickt oder niemandem von einem Kontakt erzählt. Vielleicht droht die Person, macht Schuldgefühle oder drängt auf Videoanrufe oder ein persönliches Treffen.

Das ist mehr als eine allgemeine Verhaltensänderung. Dein Kind sollte wissen: Du musst darauf nicht eingehen und kannst jederzeit zu einem Erwachsenen kommen – auch wenn du vorher schon geantwortet, etwas erzählt oder ein Bild geschickt hast.

Quellenbasis:[4][9]

Wenn online etwas passiert ist

Vielleicht wird dein Kind online bedroht oder erpresst, jemand verbreitet ein Bild ohne Erlaubnis oder dein Kind erzählt von einem Kontakt, bei dem Grenzen überschritten wurden. Dann ist zuerst wichtig: ruhig bleiben, das Kind schützen und ihm zeigen, dass es richtig war, Hilfe zu holen.

Du musst jetzt nicht allein entscheiden, was zu tun ist. Je nach Situation können eine Fachberatungsstelle, die Plattform oder die Polizei helfen. Bei unmittelbarer Gefahr sollte sofort gehandelt werden.

Ruhig zuhören, ohne zu drängen

Wenn dein Kind erzählt, was passiert ist, hör zunächst zu und lass es möglichst in seinen eigenen Worten sprechen. Du musst nicht sofort jedes Detail verstehen oder herausfinden.

Stelle nicht Frage auf Frage und gib keine Antworten vor. Wenn dein Kind eine Pause braucht oder gerade nicht weitererzählen möchte, lass ihm dafür Raum.

Das Kind entlasten

Vielleicht hat dein Kind auf Nachrichten geantwortet, einen Kontakt geheim gehalten, gegen eine Regel verstoßen oder selbst ein Bild verschickt. Das ändert nichts daran, dass andere es nicht bedrohen, erpressen oder seine Grenzen verletzen dürfen.

Sag deinem Kind zum Beispiel: „Du bist nicht schuld.“ und „Es ist gut, dass du mir davon erzählt hast.“ Jetzt geht es darum, gemeinsam Hilfe zu bekommen.

Nicht vorschnell löschen

Der erste Impuls ist vielleicht, Nachrichten, Chats oder einen Account sofort zu löschen. Bei Drohungen, Erpressung oder anderen möglichen Straftaten können Informationen daraus aber später wichtig sein. Lösche deshalb nicht vorschnell, sondern kläre möglichst früh mit einer Fachstelle oder der Polizei, was gesichert werden sollte.

Wichtig: Sexualisierte oder intime Bilder und Videos von Minderjährigen solltest du nicht selbst herunterladen, kopieren oder weiterleiten. Notiere stattdessen zum Beispiel Benutzernamen, Profiladresse, Plattform und Zeitpunkt und lass dir erklären, wie mit vorhandenen Inhalten sicher umgegangen werden soll.

Nicht weiter auf Forderungen eingehen

Wenn jemand dein Kind unter Druck setzt, bedroht oder immer neue Forderungen stellt, sollte dein Kind nicht weiter darauf eingehen. Bezahlt kein Geld und schickt keine weiteren Bilder oder Informationen, um die Situation „zu lösen“.

Ob und wann ein Account blockiert, gemeldet oder ein Chat gelöscht werden sollte, hängt von der Situation ab. Bei Drohungen, Erpressung oder möglichen Straftaten sollte vorher geklärt werden, welche Informationen noch benötigt werden.

Fachliche Beratung einholen

Du musst nicht allein entscheiden, ob etwas „schlimm genug“ ist oder welche Stelle zuständig ist. Eine spezialisierte Fachberatungsstelle kann mit dir sortieren, was passiert ist, wie dein Kind geschützt werden kann und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Beratung ist auch möglich, wenn du noch unsicher bist oder nicht alle Einzelheiten kennst.

Polizei einbeziehen

Bei Drohungen, Erpressung, sexualisierten Übergriffen, der Verbreitung intimer Aufnahmen oder anderen möglichen Straftaten kann die Polizei die richtige Anlaufstelle sein. Du musst nicht selbst beurteilen können, ob tatsächlich eine Straftat vorliegt.

Wenn dein Kind unmittelbar gefährdet ist oder schnelle Hilfe nötig ist, ruf die Polizei über 110. In anderen Situationen kann eine Fachberatungsstelle helfen, das weitere Vorgehen vorzubereiten.

Quellenbasis:[2][4][5][6][7]

Was Erwachsene vermeiden sollten

Wenn du erfährst, dass dein Kind online bedroht, unter Druck gesetzt oder verletzt wurde, möchtest du wahrscheinlich sofort etwas tun. Vielleicht willst du Nachrichten löschen, das Handy wegnehmen oder die andere Person direkt zur Rede stellen.

Versuche trotzdem, nicht aus dem ersten Schreck heraus zu handeln. Wichtig ist zuerst, dein Kind zu unterstützen und gemeinsam zu klären, was jetzt wirklich hilft. Bei Unsicherheit kannst du dir fachliche Unterstützung holen.

Keine Vorwürfe machen oder bestrafen

Vielleicht hat dein Kind eine Regel gebrochen, heimlich mit jemandem geschrieben oder selbst ein Bild verschickt. Der erste Satz sollte trotzdem nicht sein: „Ich habe dir das doch gesagt“ oder „Warum hast du das gemacht?“

Mach stattdessen deutlich: Gut, dass du mir davon erzählst. Was passiert ist, könnt ihr später in Ruhe besprechen. Jetzt geht es zuerst darum, dass dein Kind Unterstützung bekommt.

Nicht vorschnell löschen oder weiterleiten

Der Impuls, einen Chat, ein Profil oder belastende Inhalte sofort zu löschen, ist verständlich. Bei Drohungen, Erpressung oder anderen möglichen Straftaten können Informationen daraus aber noch wichtig sein. Kläre deshalb möglichst früh mit einer Fachstelle oder der Polizei, was erhalten bleiben sollte.

Sexualisierte oder intime Bilder und Videos von Minderjährigen solltest du nicht selbst herunterladen, kopieren, weiterleiten oder unnötig vervielfältigen. Lass dir fachlich erklären, wie mit bereits vorhandenen Inhalten sicher umgegangen werden soll.

Internetzugang nicht pauschal entziehen

„Dann bekommst du eben kein Handy mehr“ kann im ersten Moment wie die einfachste Lösung wirken. Für das Kind kann es sich aber wie eine Strafe dafür anfühlen, dass es von dem Problem erzählt hat.

Wenn zum Schutz vorübergehend etwas eingeschränkt werden muss, erkläre deinem Kind warum und überlegt möglichst gemeinsam, was gerade nötig ist. Nicht jede problematische Online-Situation erfordert einen vollständigen Internetentzug.

Nicht heimlich alles durchsuchen

Der Wunsch, sofort alle Chats, Fotos und Accounts zu kontrollieren, ist verständlich. Trotzdem sollte heimliches Durchsuchen nicht die normale Reaktion sein. Erkläre deinem Kind möglichst, was dich beunruhigt und warum ihr gemeinsam genauer hinschauen müsst.

Wenn eine konkrete Gefahr besteht, kann Schutz wichtiger sein als Privatsphäre. Welche Schritte dann angemessen sind, hängt von der Situation ab und kann mit einer Fachstelle geklärt werden.

Eine verdächtigte Person nicht vorschnell konfrontieren

Wenn du glaubst, dass eine bestimmte Person dein Kind bedroht, manipuliert oder Grenzen verletzt hat, möchtest du sie vielleicht sofort zur Rede stellen. Eine unvorbereitete Konfrontation kann die Situation aber schwieriger machen – zum Beispiel wenn dadurch Druck auf das Kind entsteht oder weitere Schutzschritte erschwert werden.

Kläre deshalb möglichst vorher mit einer Fachberatungsstelle oder der Polizei, wie dein Kind geschützt werden kann und welches Vorgehen zur Situation passt.

Quellenbasis:[2][4][6][7][9]

Was jetzt weiterhilft

Was als Nächstes hilfreich ist, hängt davon ab, was gerade passiert. Vielleicht möchtest du mit deinem Kind über etwas sprechen, dir sind Veränderungen aufgefallen, dein Kind hat selbst etwas Belastendes erzählt oder aus einer Situation ist ein konkreter Verdacht entstanden.

Häufige Fragen zur Online-Sicherheit

Sieben kurze Antworten ordnen typische Fragen zu Schutz, Begleitung und belastenden Online-Erfahrungen ein.

FACHLICHE GRUNDLAGE

Quellen

Die Empfehlungen beruhen auf offiziellen Fachinformationen zu digitaler Sicherheit, Medienbegleitung, Prävention und Hilfe. Alle Links wurden zuletzt am 15. August 2026 geprüft.

  1. [1]

    Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Risiken und Schutzmaßnahmen für Kinder im Internet.

    Offizielle Sicherheitsempfehlungen · ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum · Abruf: 15.08.2026

    Technische Grundeinstellungen, Updates, sichere Passwörter, App-Berechtigungen, Datenschutz, Meldefunktionen und begleitende Gespräche.

    Originalquelle öffnen
  2. [2]

    Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM): Schutz und Prävention im digitalen Raum.

    Offizielle Fachinformation · ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum · Abruf: 15.08.2026

    Verantwortung von Erwachsenen und Anbietern, offene Begleitung digitaler Lebenswelten, niedrigschwellige Meldesysteme und Hilfe ohne Verurteilung.

    Originalquelle öffnen
  3. [3]

    Internet-ABC: Kindersicheres Smartphone.

    Fachinformation · aktualisiert am 26.06.2024 · Abruf: 15.08.2026

    Entwicklungsstand statt starrer Altersgrenze, gemeinsame Regeln, technische Schutzmaßnahmen, Privatsphäre, Beweissicherung und vertrauensvolle Begleitung.

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  4. [4]

    Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Cybergrooming.

    Offizielle Präventions- und Hilfeinformation · ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum · Abruf: 15.08.2026

    Schrittweise Kontaktanbahnung, belastende Online-Kontakte, Dokumentation von Chatverläufen und Einbeziehung fachlicher oder polizeilicher Hilfe.

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  5. [5]

    Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Sextortion – sexuelle Erpressung im Internet.

    Offizielle Präventions- und Hilfeinformation · ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum · Abruf: 15.08.2026

    Einordnung digitaler Erpressung, Beweissicherung, Blockieren und Melden sowie das Einbeziehen von Beratung oder Polizei.

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  6. [6]

    Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Digitale Beweise sichern: So erstellen Sie rechtssichere Screenshots.

    Polizeiliche Fachinformation · 19.02.2025 · Abruf: 15.08.2026

    Dokumentation von Profilen, Zeitpunkten und Kontext sowie besondere Vorsicht bei Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.

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  7. [7]

    Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Kinderpornografie ist eine Straftat.

    Offizielle Polizei- und Meldeinformation · ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum · Abruf: 15.08.2026

    Kontakt zur Polizei, sichere Dokumentation von Fundstellen und das Vermeiden eigenständiger Speicherung oder Weiterleitung strafbarer Darstellungen.

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  8. [8]

    Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM): Sexuelle Gewalt im Internet.

    Offizielle Fachinformation · ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum · Abruf: 15.08.2026

    Digitale Kontaktanbahnung, bildbezogene Ausbeutung, Erpressung sowie neue Risiken durch künstlich erzeugte oder veränderte Inhalte.

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  9. [9]

    Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM): Signale, Symptome und Folgen.

    Offizielle Fachinformation · FAQ-Stand 12.08.2025 · Abruf: 15.08.2026

    Unspezifische Warnsignale, ruhiges Nachfragen ohne Druck, fachliche Beratung und das Vermeiden eigener Ermittlungen oder vorschneller Konfrontationen.

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  10. [10]

    Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Wie kann ich meine IT zuhause absichern?.

    Offizielle Sicherheitsempfehlungen · ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum · Abruf: 15.08.2026

    Eigene starke Passwörter für jedes Konto, zusätzliche Absicherung durch Zwei-Faktor-Authentisierung und regelmäßige Aktualisierung von Geräten und Software.

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