Vielleicht möchte dein Kind plötzlich nicht mehr zu einer bestimmten Person, wirkt nach einem Besuch ungewöhnlich still oder sagt etwas, das dich nicht loslässt. Manchmal gibt es auch nur ein ungutes Gefühl, ohne dass du genau sagen kannst, woher es kommt.
Solche Situationen können viele Erklärungen haben. Du musst deshalb nicht sofort wissen, was passiert ist. Wichtig ist aber auch, eine konkrete Beobachtung, eine belastende Aussage oder eine Sorge nicht einfach beiseitezuschieben.
Wenn der Gedanke an sexualisierte Gewalt entsteht, möchten Erwachsene verständlicherweise schnell wissen, was wirklich passiert ist. Du musst das aber nicht selbst herausfinden. Befrage dein Kind nicht immer wieder, sammle nicht auf eigene Faust Beweise und konfrontiere eine verdächtigte Person nicht vorschnell.
Schau zuerst darauf, ob dein Kind im Moment sicher ist. Danach kann eine spezialisierte Fachberatungsstelle helfen, Beobachtungen und Aussagen einzuordnen und gemeinsam zu überlegen, was als Nächstes sinnvoll ist.