Kinder sollten erleben, dass sie auch Erwachsenen widersprechen dürfen und trotzdem ernst genommen werden. Sie dürfen sagen: „Nein, das möchte ich nicht“, „Hör auf“ oder „Das fühlt sich komisch an.“ Und sie sollten auch dann zu einem Erwachsenen kommen können, wenn sie vorher eine Regel gebrochen, etwas verschwiegen oder Angst vor Ärger haben.
Wenn Kinder vor allem lernen, Erwachsenen zu gehorchen und möglichst nicht zu widersprechen, kann es für sie schwieriger sein, eigene Grenzen zu zeigen oder sich Hilfe zu holen. Besonders wichtig ist deshalb, dass ein Kind nicht nur hört, sondern im Alltag erlebt: Mein Nein zählt, meine Gefühle werden ernst genommen und ich darf Fragen stellen.
Und wenn eine Person nicht zuhört oder nicht hilft, darf das Kind zu jemand anderem gehen. Deshalb ist es gut, wenn Kinder mehrere Erwachsene kennen, an die sie sich wenden können.